Donnerstag, 16. August 2007
Saumode
Wenn ich auch keinen Alkohol trinke, an meinem Verhalten hat sich längst nicht alles verändert. Weshalb kann ich nicht in ein Café sitzen und nach einer Tasse wieder gehen? Immer muss da noch ein zweiter Kaffee folgen, weiter nicht schlimm, aber beinahe manisch.

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Donnerstag, 28. Juni 2007
Wodka
Heute im Sprachkurs wurde mir Wodka angeboten. Einen kurzen Moment lang hatte ich ein Problem damit. Wodka, hochprozentiger Alkohol überhaupt, hat mich nie sonderlich gereizt.

Die Geste, einen an sich staubtrockenen Kursabend, aufzulockern habe ich geschätzt. Anstandshalber hätte ich das Schlücklein durchaus trinken können. Ich denke nicht, dass mich das nachher weiter geplagt hätte.

Dennoch habe ich das Glas ohne grosses Aufheben weitergegeben. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich seit Monaten keine ähnliche Situation mehr erlebte. Gleich zu Beginn kam das vor, jetzt seit über einem halben Jahr nicht mehr.

Erstaunlich finde ich auch, wie einfach solche Momente zu meistern sind. Dabei hatte ich damals genau davor richtig Bammel. Tja, so ändern sich die Zeiten und vieles ist einfacher als man denkt. Man muss sich dem Problem nur aufrichtig stellen.

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Donnerstag, 22. März 2007
Ping-Pong
Bei einem Freund beobachte ich, wie kontrolliertes Trinken funktioniert. Oder eben genau nicht funktioniert. Wenn ich ihm zusehe, sehe ich die selben Muster wie damals bei mir.

Zuerst setzt man sich ein Ziel: Nicht mehr als eine bestimmte Menge Bier am Tag darf es sein. Eine Weile lang geht das gut. Der Wille macht's möglich. Dann wird's immer mühsamer und die Erkenntnis, dass sich zu viel Druck kontraproduktiv auswirkt. Also nehmen wir's lockerer – und siehe da – trinken gar weniger.

Durch diese Erkenntnis bestärkt und erleichtert leben wir fröhlich weiter. Die Menge steigt wieder. Der Fall ist klar: So kann es nicht weitergehen. Der Wille steigt wieder, die Menge sinkt. Das Spiel beginnt von vorne. Über Jahre betrieben steigt die Alkoholmenge mit jedem von diesen Zyklen.

Die Energie, die für diese Selbstversuche aufgebracht werden muss, ist immens. (Fast) kein Mensch bringt kontrolliertes Trinken so auf die Reihe.

Irgendwann bleib nur der Entzug. Der erfordert in den ersten Wochen grossen Willen, aber dann wird der mentale Aufwand (verglichen mit kontrolliertem Trinken) viel viel geringer.

Ich habe nichts gegen die Idee des kontrollierten Trinken, finde es aber viel zu anstrengend. Ausserdem sind die Auswirkungen des konsequenten Verzichts derart grandios, dass ich kontrolliertes Trinken für mich definitiv aus den Gedanken gestrichen habe.

Übrigens, mein Freund wird bei seinen Versuchen von einem Fachmann beraten (Psychologe). Oder wurde es zumindest. Wetten, dass bald der Psychologe schuld ist, dass die Strategie nie hinhaut?

Was passiert, wenn man ganz mit dem Trinken aufhört, kann er nun bei mir beobachten. Seine Folgerung daraus müsste eigentlich klar sein. So ging es mir auch lange. Man wüsste, was man sollte, kriegt aber den Arsch nicht hoch. Bei allem Bemühen, mit sich ehrlich zu sein, ist und bleibt der einzig richtige Schritt eine unglaublich hohe Hürde. So unlogisch das auch ist, ich habe dafür Verständnis. Ich wünsche jedem, dass er zur Einsicht fähig ist (wird)! Zu seinem ganz eigenen, persönlichen Komfort.


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Sonntag, 11. März 2007
Eine kontrollierte Schwangerschaft ?
Die Alkoholkrankheit ist wie ein Krebsgeschwür, sie zerfrisst die Seele.
So wie aus gesunden ihrer Aufgabe entsprechenden Zellen auf einmal chaotisch wuchernde Methastasen werden, die ihr eigenes System letztendlich zum Zusammenbruch führen, wird mit jedem Bierchen die Gefahr des Kolabierens größer.
Was Alkoholkrankheit ist definiert die WHO, oder jeder kann nach dem Jellinek Fragebogen seine Gefährdung testen. 50 % Schwerbehinderung gibt unser Staat einem Alkoholkranken trocken oder nass.
Ein Freund hat die Frage nach kontrolliertem Trinken einmal mit den Satz "ein bisschen schwanger gibt es nicht" beantwortet.
Der ganze Firlefanz mit kontroliertem Trinken ist wie Chemotherapie, versuchen kann ich es ja, auch wenn es zum kotzen ist

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Samstag, 9. Dezember 2006
Ganz aufhören?
Eigentlich hatte ich anfänglich nicht die Abstinenz zum Ziel. Ein Gefühl sagt mir, dass ich in meinem Leben den letzten Schluck Alkohol noch nicht getrunken habe.

Momentan kann ich's aber bestens ohne und lebe so weiter. Eines habe ich aber aus früheren Experimenten gelernt: Kontrolliertes Trinken ist fast nicht möglich. Die Energie, die ein Alkoholiker dafür aufwenden muss, steht in keinem Verhältnis zum Genuss!

Mittlerweile bin ich zur Überzeugung gelangt, dass – wenn überhaupt – der Weg zum kontrollierten Trinken über eine lange Abstinenz führt.

Hat von Euch jemand für sich eine taugliche Formel gefunden? Wenn ja, würde mich heiss interessieren, ob und wie das funktioniert!

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